Fortbildung: Psychotherapie/ Beratung mit Männern

Ein wichtiger Aspekt bezüglich der psychotherapeutischen Arbeit mit Männern ist die Tatsache, dass Jungen und Männern im Laufe ihrer Sozialisation der Zugang zu ihren Gefühlen mehr und mehr erschwert wird, was letztlich zum „männlichen Dilemma“ des mangelnden Selbstbezugs führt. Im Falle einer Psychotherapie entsteht aber zusätzlich noch ein „männertherapeutisches Dilemma“, da im therapeutischen Setting die „Arbeit“ mit und an Gefühlen gewünscht und gefordert ist. Männer, die dazu erzogen wurden, ihre inneren Konflikte im Außen, d.h. durch „Externalisierung“, zu lösen, sollen und müssen in der Psychotherapie nun Lösungen in ihrem Inneren „erarbeiten“, in einem Inneren, zu dem ihnen der Blick bislang erschwert oder gar versperrt war.

Um diesem doppelten Dilemma gerecht werden zu können, halte ich eine männerspezifische psychotherapeutische Herangehensweise für nötig, bei der die betroffenen Männer in einem sowohl konfrontativen als auch solidarischen Setting lernen, Kontakt zu ihren Gefühlen aufzunehmen und diesen Selbstbezug in den therapeutischen Prozess hilfreich einzubringen. Der Mann wird dabei in einem doppelten Sinne zur Sprache gebracht, d.h. inhaltlich zum Thema gemacht und zu einem persönlicheren Sprechen „verführt“, wobei der spezifischen Qualität der therapeutischen Beziehung zwischen Klient und Therapeut eine herausragende Rolle zukommt.

In dieser Fortbildung geht es also ganz konkret um die besonderen Schwierigkeiten von Männern, welche sich auch in der therapeutischen Beziehung offenbaren. Es wird aufgezeigt, warum Männer ein speziell auf sie zugeschnittenes therapeutisches Vorgehen benötigen und wie dieses konkret aussehen kann.