Buch: Wi(e)der die therapeutische Ohnmacht

978-3-87159-057-3 in Buch: Wi(e)der die therapeutische OhnmachtKurzbeschreibung „Wi(e)der die therapeutische Ohnmacht – Ressourcenorientierte Psychotherapie in schwierigen Fällen“

Die besten Geschichten liefert ja bekanntlich das Leben – insbesondere, wenn es Geschichten sind, die traurig beginnen und hoffnungsvoll enden. Von solchen Geschichten handelt das gerade erschienene Buch der fünf PsychotherapeutInnen Wolfgang Neumann, Jens Flassbeck, Stefan Reinisch, Björn Süfke und Anna Wittmann. Die AutorInnen arbeiten in sehr verschiedenen psychosozialen Tätigkeitsbereichen und öffnen mit ihrem Buch die Türen ihrer psychotherapeutischen Räume, um uns sowohl vom Innenleben ihrer KlientInnen als auch von den eigenen inneren Prozessen im Verlauf einer Psychotherapie zu erzählen.

Entstehung

Anna Wittmann, Jens Flassbeck und Stefan Reinisch sind ehemalige AusbildungskollegInnen von mir, die ich stets sehr geschätzt habe und deren Berichte aus ihren jeweiligen – voneinander sehr verschiedenen – Arbeitsfeldern mich immer sehr beeindruckt haben. Irgendwann saßen Wolfgang und ich mit den Dreien zusammen und wir wurden uns schnell darüber einig, dass es eine Sache gibt, die unsere therapeutischen Arbeitsweisen verbindet, nämlich ein ressourcenorientierter Blickwinkel auf unsere KlientInnen. Irgendjemand, vermutlich Wolfgang, schlug vor, daraus ein Buch zu machen. Mein Beitrag ist – natürlich – eine ressourcenorientierte Perspektive auf Männer.

Rezension

Udo Baumann schreibt in Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis, 1/2006: Dem therapeutischen Burn-out-Syndrom das Leben schwer zu machen ist ein Anliegen der Autoren – die Medizin besteht aus „Freude und Lust, Kampf und Frust, Engagement und Liebe“. Spätestens seit den Arbeiten von Grawe und Mitarbeitern (1994) gewinnt das Paradigma der Ressourcenorientierung zunehmende Bedeutung in der psychotherapeutischen Ausbildung und Arbeit … Insofern ist der Gegenstand des vorliegenden Buches nicht neu. Neu jedoch ist die praxisnahe Darstellung einer individuellen, liebevoll kreativen, manchmal verblüffenden Nutzung von Ressourcen im psychotherapeutischen Kontakt. Paradoxerweise demonstrieren die Autoren, die allesamt psychotherapeutisch tätig sind, dass gerade auch aversive Gefühle von Angst, Ohnmacht, Langeweile auf Therapeuten- oder Klientenseite bedeutsame Ressourcen sind, die aus scheinbar verfahrenen Therapiesituationen heraushelfen können. Wolfgang Neumann, Björn Süfke, Stefan Reinisch, Anna Julia Wittmann und Jens Flassbeck beleuchten das ressourcenorientierte Arbeiten aus unterschiedlichen psychosozialen Tätigkeitsbereichen … Die Ressourcen des kürzlich im dgvt-Verlag erschienenen Buches liegen in der lebendigen, schulenübergreifenden, vor allem aber kreativen und humorvollen Schilderung und Reflexion der psychotherapeutischen und beratenden Arbeit mit Klienten im ambulanten und stationären Setting, abgerundet mit einer Prise Lyrik, ohne dass die Darstellung einer wissenschaftlich-theoretischen Fundierung hinsichtlich Phänomenologie, Genese und Therapieplanung der unterschiedlichen im Text behandelten Erkrankungen zu kurz kommt. Die einzelnen Beiträge fügen sich dank ihres vereinheitlichten Aufbaus sowie einer übersichtlichen Gliederung zu einem kohärenten Gesamtwerk, das zu lesen Genuss und der eigenen therapeutischen Tätigkeit reichhaltige Anregung verspricht.