Buch: Männer. Erfindet. Euch. Neu. – Was es heute heisst …

Das Buch ist am 8. März 2016 erschienen. Wer etwas darüber von mir hören will, kann in der NDR-Mediathek den “Talk” oder aber in der SR-Mediathek die Sendung “Fragen an den Autor” anklicken. Oder auch eine Kurzbesprechung als “Sachbuch der Woche” bei MDR Kultur.

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Auch als E-Book erhältlich!

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Kurzbeschreibung „Männer. Erfindet. Euch. Neu. – Was es heute heißt, ein Mann zu sein“

Björn Süfke ruft in seinem neuen Buch zu einer positiven männlichen Emanzipation auf, wünscht sich eine männliche Versagenskultur und fordert ein Ende der Männerabwertung und des Geschlechterkampfes.

Was gestern noch als männlich galt, ist heute verpönt – und auch wieder nicht. Der Mann von heute soll gefühlvoll sein, aber kein Weichei. Ein 24-Stunden-Papa, aber bitte auch beruflich ein Überflieger. Kein Wunder, dass Mann verwirrt ist. Björn Süfke, einer der wenigen Männertherapeuten in Deutschland, zeigt in seinem neuen Buch schonungslos, aber mitfühlend die heutigen Krisen des Mann-Seins auf: die Orientierungslosigkeit von Jungen und Männern, die Doppelanforderung im Hinblick auf Partnerschaft, Kind & Karriere und das Nicht-Ernstnehmen von Vätern. Er plädiert für eine vollständige Gleichstellung von Vätern bei der Erziehungsarbeit, damit die nachfolgende Generation – vor allem Jungen – auch mit männlichen, emotional präsenten Identifikationsfiguren aufwachsen kann. Auch müsse es in unserer Gesellschaft möglich werden, über männliches Leid zu sprechen, ohne ausgelacht oder in einen unwürdigen Geschlechterkampf hineingezogen zu werden.

Dass das traditionelle Verständnis von Männlichkeit im Zerfall begriffen ist, ist für Süfke eine positive und notwendige Entwicklung. Denn dieses Bild von Männlichkeit, mit seinem expliziten Verbot von Gefühlen, hat verheerende Konsequenzen für Männer in puncto Gesundheit, Beziehungen, Sexualität, Gewalt und psychischem Wohlergehen. In „Männer. Erfindet. Euch. Neu.“ fordert Süfke die Männer daher auf, sich von den Ansprüchen der Gesellschaft, den traditionellen wie den modernen, loszusagen und ihre eigene Männlichkeit „neu zu erfinden“. Und er appelliert an die Frauen, diese Veränderungen auch wirklich zuzulassen. Denn nur so werden wir letztlich alle profitieren: durch Partner- und Elternschaft auf Augenhöhe und eine wahrhaft gleichberechtigte Gesellschaft.

Entstehung

Sollten Sie die Entstehungsgeschichten der vorherigen vier Bücher gelesen haben, kennen Sie das Thema meines Lebens bereits: Ich bringe eigentlich nie irgendetwas zustande – außer man bittet mich darum. (Die einzigen Ausnahmen zu dieser traurigen Regel sind meine drei Kinder …) In diesem Falle nun war es meine Agentin, die das Ganze aus mir herausgekitzelt hat. Nachdem ich endlich, endlich die Zeit gefunden hatte, das Manuskript meines zweiten Vatergeschichten-Bandes in eine Form zu bringen, die man einem Verlag zumindest anbieten kann, nutzte sie die Gunst der Stunde: “Herr Süfke, wenn Sie denn nun wieder etwas mehr Luft haben zuhause, wäre es doch vielleicht Zeit für das nächste, das große Männer-Buch, nicht wahr?” Die sind sehr geschickt, diese Agentinnen, die legen einem bereits ein “großes Buch” in den Schoß, bevor man überhaupt eingewilligt hat, eine einzige Zeile zu schreiben …

Letztlich kann ich gar nicht mehr sagen, was den Ausschlag gegeben hat: der Appell meiner Agentin an meine pubertären Grandiositätsphantasien oder meine Lust darauf, über den Tellerrand meines Therapiezimmers hinaus auf den allgemeinen Stand der Männlichkeit und des gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisses zu schauen. Hmm, wenn man es genau nimmt, zeugt eigentlich auch Letzteres von einem gewissen Größenwahn … Naja, egal, auf jeden Fall hat es großen Spaß gemacht, mich mal so richtig auslassen zu können über all die “Männer-Problematiken”, die mir alltäglich begegnen: bei der Arbeit, in den Medien, in Politik und Wirtschaft, im Privatleben. Und die mich oft genug zur Weißglut bringen. Daher habe ich am Ende des Buches auch noch allen und jedem ungefragt Ratschläge gegeben. Wenn schon, denn schon!

Interviews

Einige Radio- sowie Zeitungsinterviews finden Sie unter “Hingehört und reingelesen”.

Pressestimmen (Auszüge)

Der Männertherapeut Björn Süfke verficht in seinem klugen und facettenreichen Buch „Männer. Erfindet. Euch. Neu.“ die These, dass Männer und Frauen den Kampf gegen Geschlechterstereotype und Diskriminierung nur vereint gewinnen können. […] Süfkes subtile Analysen und nützlichen Ratschläge weisen Wege aus Krisen, die beiden Geschlechtern schaden. Psychologie Heute

Dieses Buch macht Spaß und es klärt auf! Forum Erwachsenenbildung

In seinem neuen Buch entwickelt Süfke die nützliche Unterscheidung zwischen „Männerkrisen“ und „Männerkatastrophen“. ZEIT Magazin

Björn Süfke umschifft die [Klischees] aber gekonnt, verliert sich nicht in Polemik, schreibt locker, manchmal ironisch, immer mit Empathie. Er zeigt die Verwundbarkeit der Männer, macht sie aber nie zu Opfern, weil er die Männer nicht unmündig macht oder ihnen gar Handlungsempfehlungen gibt. Endlich ein Buch, das es schafft, Männer in ihrem gewollten persönlichen Lebensmodell zu bestärken und die dabei so hemmenden patriarchalen Männlichkeitsstrukturen zu entblößen. Und das alles liest sich dazu noch unterhaltsam. MDR Kultur

Hier schreibt ein Mann vom Fach: Björn Süfke verdankt seinen Expertenstatus in Sachen Mann nicht allein seinem Geschlecht. Seit 20 Jahren arbeitet der Psychologe als Männertherapeut – und das mit so viel Spaß, dass er bereits 2010 ein erstes kluges, unterhaltsames Buch über Männer geschrieben hat: Männerseelen. Psychologie bringt dich weiter

Im Unterschied zu vielen anderen Männerbüchern behandelt der Autor sehr differenziert und solidarisch mit den Männern die aktuellen Krisen aus einer gesellschaftlichen Perspektive. […] Süfke gelingt es in seinem Buch, sowohl sachlich fundiert, als auch persönlich offen zu schreiben. Sein lebendiger und anschaulicher Schreibstil vermittelt dem Leser viele Fakten auf eine gut lesbare Art. […] Fazit: Fast 400 Seiten geballtes Männerwissen, angenehm politisch unkorrekt und hervorragend geschrieben. Hier kann Mann sich bilden. Adam online

Therapeut Björn Süfke gibt Orientierungshilfe, wie wir das traditionelle ebenso wie das moderne Rollenbild von Männlichkeit überwinden können. Er zeigt eindrucksvoll, welche Chancen in der Krise stecken: für Männer, für Paare, für die Gesellschaft als Ganzes. Prädikat „inspirierend“. Die Macher – das Wirtschaftsmagazin

In einer gut verständlichen Sprache untersucht Süfke die verschiedenen Krisen. […] Im Kapitel „Die Chancen der Krisen“ zeigt der Autor auf sympathische Art und Weise Wege auf, diese Krisen lustvoll, freudig und trotzdem im Wissen um die Schmerzen und die Ängste anzunehmen und zu nutzen. Ypsilon

Wenn einer sich in der Männerwelt auskennt und weiß, wie diese tickt, dann wohl Björn Süfke. Der Westen

Der Autor legt eine umfassende Analyse des Themas vor. […] Viele Literaturhinweise und eine lesbare Sprache machen das Werk nicht nur lesens-, sondern auch nachschlagenswert. Katholische Männerarbeit

Über die Probleme der Männer schreibt Therapeut Björn Süfke informativ in „Männer. Erfindet. Euch. Neu.“ Cosmopolitan

Autor Björn Süfke kennt all diese psychischen Problemzonen der Männerwelt. Nicht nur, weil er selbst einer von ihnen ist, sondern auch, weil er seit rund 18 Jahren als Männer-Therapeut arbeitet. […] So viel vorab: Auch Frauen werden sich beim Lesen seiner Thesen an die eigene Nase fassen müssen. BILD.de

Und wie soll der Mann stattdessen sein? Glücklicherweise gibt Süfke darauf keine eindeutige Antwort. Denn am Ende soll es ja genau nicht darum gehen, wieder neue Rollenzuweisungen anzunehmen. Denn das macht unfrei. Emotion

Björn Süfke ist aus Berufung Männertherapeut und spricht wichtige Probleme, die bei Männern massenweise vorkommen, ohne Umschweife an … Ein aktueller und unvoreingenommener Ratgeber für das Leben von Männern und als solches in einem humanistischen Sinne ein Gewinn. Das macht das Buch absolut empfehlenswert und ist in meinen Augen die wahre Stärke dieses Buches … [Es] dürfte für die meisten Männer und Frauen ein Augenöffner sein. www.fischundfleisch.com

Rezensionen

Regine Schneider schreibt auf MDR Kultur: Ein Mann fordert Männer auf, sich neu zu erfinden. Das könnte anmaßend klingen, doch der erfahrene Männertherapeut Björn Süfke weiß, wovon er spricht, gerade weil er tagtäglich den modernen Mann und seine Probleme in seiner Praxis erlebt. Sein Ziel ist es, Einblick in das männliche Innenleben von Heute zu geben, zu dem selbst enge Partner oft keinen Zugang finden. Deswegen richtet sich das Buch auch durchaus an Frauen, wenn natürlich nicht ausschließlich. Der moderne Mann scheint von vielen Veränderungen und Krisen in der Gesellschaft stärker betroffen zu sein, als die Frau. Seien es Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, neue Väterrollen oder auch die glücklicherweise voranschreitende Emanzipation der Frau. Allerdings meint er, dass diese Krisen eher ein Grund zum Feiern wären: Besser sie kriegen und dann nutzen, als in einer Katastrophe zu leben. Und diese Katastrophen entstehen durch das, was Süfke als “Gesetz der traditionellen Männlichkeit” bezeichnet.

Das Gesetz der Traditionellen Männlichkeit

Präambel: Mann-Sein heißt, keine Gefühle zu haben

Es ist verboten, Dinge zu tun, die mit Frau-Sein assoziiert sind
Es ist verboten, Männer zu begehren
Es ist verboten, Dinge zu tun,  für die Männer „nicht gemacht“ sind
Es ist verboten zu versagen
Es ist verboten, nicht Erster zu sein
Es ist verboten, unterlegen zu sein
(…)

Björn Süfke begibt sich mit dem Buch zwar in die Gefahr zu sehr in Klischees abzudriften, umschifft dies aber gekonnt, verliert sich nicht in Polemik, schreibt locker, manchmal ironisch, immer mit Empathie. Er bezieht sich als Vater, Ehemann und Berufstherapeut mit ein – selbst als Psychologe, gesteht er, ist der Kontakt zu seinen eigenen Gefühlen immer auch mit Abwehr verbunden. Er zeigt die Verwundbarkeit der Männer, macht sie aber nie zu Opfern, weil er die Männer nicht unmündig macht oder ihnen gar Handlungsempfehlungen gibt. Endlich ein Buch, das es schafft, Männer in ihrem gewollten persönlichen Lebensmodell  zu bestärken und die dabei so hemmenden patriarchalen Männlichkeitsstrukturen zu entblößen. Und das alles liest sich dazu noch unterhaltsam.

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Emmerich Adam schreibt auf Adam online: Der Männertherapeut Björn Süfke behandelt auf knapp 400 Seiten die Merkmale und den allmählichen Zerfall der „Traditionellen Männlichkeit“, die aktuellen Männerkrisen, davon abgegrenzt die „Männerkatastrophen“ – und welche Chancen in den aktuellen Herausforderungen liegen. Im Unterschied zu vielen anderen Männerbüchern behandelt der Autor sehr differenziert und solidarisch mit den Männern die aktuellen Krisen aus einer gesellschaftlichen Perspektive. Dabei macht er die gesellschaftliche Abwertung des Männlichen deutlich und scheut sich nicht, auf die Leiden vieler Männer hinzuweisen. Süfke gelingt es in seinem Buch, sowohl sachlich fundiert, als auch persönlich offen zu schreiben. Sein lebendiger und anschaulicher Schreibstil vermittelt dem Leser viele Fakten auf eine gut lesbare Art. Unklar bleibt, welches Männerbild der Autor selbst vertritt oder anstrebt. Möglicherweise ist das auch nicht seine Absicht, und er wehrt sich ausdrücklich dagegen, eine „neue Männlichkeit“ oder eine „neue Vaterschaft“ zu definieren. So präsentiert er zwar Lösungsansätze für die gesellschaftlichen Männerkrisen, ist aber zurückhaltend mit eindeutigen Stellungnahmen. Fazit: Fast 400 Seiten geballtes Männerwissen, angenehm politisch unkorrekt und hervorragend geschrieben. Hier kann Mann sich bilden.

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Dirk Heckmann schreibt in Forum Erwachsenenbildung: Als ich vor einiger Zeit bei der Verabschiedung einer in der Seelsorge tätigen Kollegin eine mehr oder weniger elegante Brücke zwischen Männerberatung und Krankenhausseelsorge schlagen wollte, erntete ich ein großes Gelächter. Das hat mich aus dem Konzept geworfen und irritiert. Unter vier Augen hat mir nachher ein Kollege zugestimmt. Und seit der Lektüre von „Männer. Erfi ndet. Euch. Neu“ weiß ich auch, warum: Über die Hilfsbedürftigkeit des starken Geschlechts öffentlich zu reden, ist immer noch ein No-Go. „Es war kein wohlüberlegter Widerspruch gegen meine Aussage, es war ein Reflex.“ (S. 16) Kein Wunder: Kirchliche Frauenreferate gibt es landauf, landab, die fl eißig Frauenrechte thematisieren. Ich bin auf der kreiskirchlichen Ebene ein Unikum. Gleichstellung sieht anders aus. Notwendig ist dieses Buch also: Es spricht Männerthemen an, um Einseitigkeiten in unserer Wahrnehmung und in unserem Handeln offenzulegen, diese zu differenzieren und Lösungsmöglichkeiten vorzustellen. Süfkes Ansatz ist dabei in doppeltem Sinn therapeutisch: Auf der individuellen, therapeutischen Ebene mit einzelnen Fallbeispielen ansetzend, zieht er die einzelnen Themen immer ins Gesellschaftliche aus. Das Private ist politisch, gerade beim Thema Mann/Frau. Auch seine aus dem therapeutischen Ansatz heraus entwickelte Differenzierung zwischen MännerKrisen und Männer-Katastrophen ist m. E. in der Männerliteratur neu und ausgesprochen fruchtbar. Sie ist zu verstehen ganz im Sinne des Gebets „Gott, gib mir die Gelassenheit, das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, das zu ändern, was ich ändern kann; und gib mir die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.“ (Reinhold Niebuhr) Also: MännerKrisen sind ein Glück, „denn wir brauchen Krisen für einen erfolgreichen therapeutischen Prozess.“ (S. 278) „Die momentane MännerKrise des Fehlens eines Männlichkeitsleitbildes etwa … ist keine Katastrophe, im Gegenteil, sie ist vor allem eine Chance. Denn eine Katastrophe war das vorherige eindeutige Männlichkeitsleitbild.“ (S. 123) Diese in unterschiedlichsten Themenfeldern durchreflektierte Unterscheidung ist eine der Stärken des Buches von Björn Süfke. Und ein Schuss Selbstironie gehört auch dazu, denn Mann ist immer zugleich Gegenstand und Akteur, Objekt und Subjekt eigener Reflexionen. Andere Versuche der Männerliteratur machen die Fehler, dass sie das Subjektive entweder verdrängen oder überhöhen. Dieses Buch macht Spaß und es klärt auf! Und Aufklärung, Emanzipation ist für Süfke das Ziel, oder besser: der Weg zu einem wirklich gleichberechtigten und von gegenseitigem Respekt getragenen Geschlechterverhältnis. Emanzipation ist dabei für den Autor ein „rein innerliche[r] Zustand“ (S. 287). Sie bedeutet den Blick auf wirklich eigene Bedürfnisse zu lenken und die von Anderen, von Frauen und Männern, übernommenen Bedürfnisse reflektierend auszuschließen. Das macht unabhängig von dem, „was andere von einem erwarten, sich wünschen, einem zuschreiben oder absprechen.“ (S. 286) Emanzipation so verstanden macht frei, das wirklich Eigene im eigenen Inneren zu finden, auszudrücken und zu leben, EINFACH FREI, wie das Motto der westfälischen Kampagne zum Reformationsjubiläum heißt. Auch Luthers Freiheit war eine innerliche, eine mystische. (Inspirierend dazu: Volker Leppin: Die fremde Reformation. München 2016.) Und auch was nach Süfkes Verständnis von Emanzipation zu gewinnen ist, erinnert mich an Luther: das eigene Selbst. „Es ist eventuell ein beschädigtes, ein manchmal trauriges, ein verletztes Selbst. Es ist also vielleicht nicht immer schön, dieses Selbst, aber es ist wahr. Und es ist meins.“ (S. 289) Die hässlichen Seiten Luthers kennen wir ja auch, seine Äußerungen über Juden, Bauern, Türken – und Frauen. Und dennoch hat die Reformation ihre Kraft auch und unter anderem aus Luthers Selbst heraus, seiner inneren, mystischen und ureigenen Überzeugung gefunden. Luther war ein Mann mit Ecken und Kanten. Süfkes Buch ist, trotz einiger Ecken und Kanten, gradlinig. Es ist im besten Sinne selbstreflexiv. Es verzichtet auf Ratschläge, da diese immer auch Schläge sind (S. 351). Aber es hat Wünsche an Männer, Frauen, Eltern, Kinderbuchautoren, Journalisten, Politiker und Unternehmer parat. Jeder kann sich also angesprochen fühlen. Diesen allen würde ich das Buch gerne ans Herz legen. Allein die 381 prall gefüllten Seiten werden wohl einige Menschen abschrecken und die Zahl der Leser daher begrenzt halten. Wenn wir also Männern helfen wollen, wenn wir das Geschlechterverhältnis weiterentwickeln wollen, wenn wir den „lächerlichen Mann“ stabilisieren und die Vaterrolle für Mädchen und Jungen profilieren wollen, wenn wir emanzipierte Männer wollen, dann kann der Weg nicht nur durch die intellektuelle Elite, sondern muss auch über die breite Vielfalt aller Männer gehen. Wir brauchen also etwas Niedrigschwelligeres, um die Gesellschaft zu verändern. Das suche ich noch. Ich wünsche mir ein Buch über die Emanzipation des Mannes, das auf all diese vorantreibenden, schönen, guten, reflexiven, tiefen Worte verzichten kann.

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Christian Reichart schreibt für KMB: Björn Süfke ist Psychologe und Männertherapeut, daraus resultiert sein Programm – in diesem Buch – „Wir müssen zunächst möglichst exakt verstehen, was genau die Krisengebiete sind. Wer oder was ist in einer Krise, worin besteht sie, wie ist sie entstanden und wie pflanzt sie sich fort? An diesem Verständnis mangelt es meines Erachtens bisher eklatant, zumindest an einem geordneten und nicht bloß bruchstückhaften Verständnis.” Im ersten Teil stellt der Autor dar, wie schwierig es ist das Anliegen, die Verletzbarkeit und Verletztheit von Männern in den öffentlichen Diskurs einzubringen, ohne gleich in einen doppeltes Gegenfeuer zu geraten. In einer gut verständlichen Sprache untersucht Süfke die verschiedenen Krisen und Symptome, kategorisiert sie und versieht diese mit eigenen Begriffen, z. B. MännerKrisen versus Männer Katastrophen. Durch diese genaue Ausarbeitung von klar umgrenzten Begriffen kann der Autor sehr gut und klar sein Anliegen darstellen. Es bedarf von Seiten des Lesers und der Leserin nur den Willen sich auf eine solche Einteilung einzulassen, dann wird das Anliegen des Buches auch erreicht. Der Autor beschreibt auch die „ewigen MännerKatastrophen”, begründet seine Beurteilung von mangelndem Gesundheitsbewusstsein, männlichem Umgang mit Sexualität und Gewalt. Er schließt dann auf die Auswirkungen solcher Haltungen in einem verwehrten Selbst, Einsamkeit, Funktionslosigkeit und Suizid. Bei allen diesen Bereichen gibt es auch Anmerkungen, wie ich als Mann diesen MännerKatastrophen begegnen kann, damit sie nicht dort enden, wo sie enden, wenn ich als Mann die Situation zu ignorieren versuche im vorzeitigen Tod. Weil die Traditionelle Männlichkeit nicht mehr greift und es ein anderes Leitbild nicht (noch nicht) gibt, ergeben sich folgende MännerKrisen: Tyrannei der Freiheit, Wiederversicherungsstrategien, Die Verwirrung der Jungen, die doppelte Anforderung in der Partnerschaft, die verlorene Männerfreundschaft, die ungeklärte familiäre Arbeitsaufteilung, das Nicht-Ernstnehmen von Vätern, die zerbrechliche, beruflichen Identität und die Abwertung des Männlichen überhaupt. Im Kapitel „Die Chancen der Krisen” zeigt der Autor auf sympathische Art und Weise Wege auf, diese Krisen lustvoll, freudig und trotzdem im Wissen um die Schmerzen und die Ängste anzunehmen und zu nutzen. Im Schlusskapitel wendet sich mit Bitten an viele Adressatengruppen; hier zwei kurze Zitate: An die Männer „Schauen wir doch mal ganz genau hin, ob wir Männer bei all den aktuellen Veränderungen nicht vielleicht Großes, ja Großartiges zu gewinnen haben!” und an die Frauen „Erwarten Sie viel von Männern! … Nichts zu erwarten ist ein Zeichen von Missachtung”.

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Jürgen Döllmann schreibt in Katholische Männerarbeit: Der Titel des neuen Buches von Björn Süfke macht neugierig. Was oder Wie sollen Männer sich neu erfinden? Und auch der Untertitel Was es heute heißt ein Mann zu sein macht neugierig. Zunächst einmal: Natürlich haben Männer Probleme, seelische und körperliche. Diese Aussage befreit! Der Autor legt eine umfassende Analyse des Themas vor. In seiner Einführung begründet er dies auch: „Wir müssen zunächst möglichst exakt verstehen, was genau die Krisengebiete sind.“ Dabei geht es ihm nicht um eine viel beschworene Krise der Männer, sondern um eine Krise ( oder für den Autor noch stimmiger einem Zerfall) der traditionellen Männlichkeit ( und ihrem Leitbild Mann-Sein heißt, keine Gefühle zu haben). Er beschreibt, wie die traditionelle Männlichkeit ( Es ist verboten, …) zerfällt. Aber auch die Schwierigkeit, dass es keine alternativen Entwürfe von Männlichkeit gibt, auf die man ohne größere Verluste umschwenken könnte. Weiterhin beschreibt er die „Männerkatastrophen“ wie Gesundheit, Gewalt Zugang von Männern zur eigenen Gefühlswelt und Einsamkeit. Einen breiten Raum nehmen die aktuellen Männerkrisen ein. Er schaut hier genauer hin, zeigt auf worin diese Verunsicherung im Einzelnen besteht und untermauert dies mir vielen Beispielen aus dem Berufsalltag des Autors, aber auch aus seinem privatem Umfeld. Der Wegfall eines normierten äußeren Leitbildes bedeutet für den Autor allerdings auch, für die neu entwickelte Selbstnormierung verantwortlich zu sein. Umfangreich werden auch die Chancen der Krisen einerseits für die Gesellschaft als auch für den einzelnen Mann im Sinne eines Aufbaus von etwas Neuem und Gesünderem beschrieben. Dazu wird eine Vorstellung von Männlichkeit, in die Versagen integriert ist, benötigt. Zu dem Thema Emanzipation von den Wünschen der Partnerin bietet der Autor eine Übung an, die er den Dreisprung der männlichen Emanzipation nennt. Insgesamt macht er keine Vorgabe, wie der neue Mann sein soll. Er kommt er zu dem Resultat, dass Männer und Frauen sowohl interfamiliär als auch gesellschaftlich ihre Arbeitsaufteilung individuell aushandeln müssen und dürfen. Viele Literaturhinweise und eine lesbare Sprache machen das Werk nicht nur lesens-, sondern auch nachschlagenswert. Ein ausführliches Register ergänzt dieses Buch.